Brunnenplatz, Radebeul

Bauherr | Große Kreisstadt Radebeul

Planung | 2018, LP 1-8

Fläche | 1145 m²

Der Brunnenplatz wird flankiert von der Serkowitzer Straße und befindet sich im seit 2003 bestätigten und 2015 erweiterten  Sanierungsgebiet  „Zentrum und Dorfkern Radebeul-Ost“. Bei der Sanierung des Brunnenplatzes ist erklärtes Ziel, den Platz in seiner dörflich gewachsenen Gestalt zu bewahren und den namensgebenden Brunnen wieder einzuordnen. Die Umgestaltung des Brunnenplatzes als öffentliche Baumaßnahme wird über Fördermittel von Bund und Land gekoppelt mit Eigenmitteln der Kommune im Rahmen der Ausweisung des Sanierungsgebietes finanziert. Zur Herausarbeitung  der  dörflichen Strukturen und des ehemals vorhandenen Brunnens wurde zunächst auf Spurensuche gegangen. Der Brunnenplatz liegt im Ursprungs-Stadtteil der heutigen Großen Kreisstadt. Die Unterlagen weisen ab 1912 eine Platzfläche in der jetzigen Größe nach, die flankiert wird von der Serkowitzer Straße. Der Platz wie auch die Straße wiesen damals eine Befestigung mit einer Sandwegedecke auf. Die schlichte Platzfläche war nur mit einer Brunnenstele und einem Baum ausgestattet. Zwei Postkarten zeigen die Veränderung des Platzes um 1912. Nach Abriss eines Gebäudes (ehem. Brunnplatz 6) erfolgte die Erweiterung des Platzes und die Pflanzung der Kastanie. Die Brunnenstele aus Sandstein wurde gekrönt von einer Verdachung und stand auf einer kräftigen Sockelplatte. Die Gesamthöhe betrug etwa 2,5 m. Gepumpt wurde manuell über einen Holzschwengel.

Das funktionale und gestalterische Konzept sieht auf der Platzfläche die Einordnung einer Brunnenstele angelehnt an das historische Vorbild sowie Sitzmöglichkeiten und Fahrradständer vor. Desweiteren ist nach notwendiger Fällung der Kastanie wieder ein großkroniger Baum einzuordnen. Die Fahrbahn der Serkowitzer Straße wird auf 6 m eingeengt und der Gehweg an der Nordseite verbreitert. Auf dem Brunnenplatz werden 5 Parkplätze eingeordnet. Die Gestaltung der Platzfläche respektiert den schlichten Charakter des ehemaligen Dorfplatzes. Auf einer weitgehend homogenen Granitpflasterfläche mit geschwungen verlegten Pflasterzeilen gruppieren sich drei Ausstattungselemente – Brunnen, Bank, Fahrradanlehnbügel. In der Materialität wird mit der Verwendung von glattem Sichtbeton und Cortenstahl ein Kontrast zu den Natursteinflächen gesucht. Die Betonplatten liegen eben in der geneigten Platzfläche. Eine scheinbar schwebende Bankplatte umschließt schützend den neuen Platzbaum. Eine weitere Betonplatte nimmt die Fahrradbügel aus Cortenstahl auf und ermöglicht eine waagerechte Standfläche, die sich im stark geneigten Platz zur Stufe entwickelt. Die Brunnenstele wird umgeben von einer schlichten Betonplatte, die als Brunnenfassung fungiert und ebenerdig in der geneigten Platzfläche liegt. Ein ausgesparter Bereich lässt den mit Granitpflaster befestigten Platz sichtbar werden. Hier ist ein Bodenablauf für das herab plätschernde Wasser vorgesehen. Eine Umwälzpumpe transportiert das Wasser aus einem Bodentank. Eine Cortenstahlstele empfindet in der Kubatur die ehemalige Sandsteinstele nach.